Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.   Psalm 139,14 „Wofür    dankt    der    Psalmbeter    hier    eigentlich?    Für    bestimmte    Vorzüge,    die    er    vom    Schöpfer mitbekommen   hat?   Etwa:   „Ich   danke   dir,   Gott,   dass   ich   kräftig,   willensstark,   klug,   schön   oder hochbegabt   bin?“   Ja,   wenn   man   das   ist,   kann   und   soll   man   Gott   gewiss   dafür   danken   und   es   zum Wohle   anderer   einsetzen.   Aber   an   solche   Vorzüge   seiner   Person   denkt   der   Psalmbeter   hier   gar nicht. Das   deutsche   Wort   „wunderbar“   bedeutet   ja   nicht   nur   „herrlich“,   „großartig“   oder   „sehr   schön“, sondern   auch   „erstaunlich“   und   „wie   ein   Wunder   erscheinend“,   und   eben   diese   zweite   Bedeutung kommt     dem     Sinn     der     Psalmworte     am     nächsten.     Im     Deutschen     gibt     es     zudem     das Eigenschaftswort   „wunderlich“,   und   auch   dieses   Wort   würde   hier   passen   –   nicht   im   Sinne   von „seltsam“    oder    „schrullig“,    sondern    im    Sinne    von    „zur    Verwunderung    Anlassgeben“.    Der Psalmbeter   staunt   also   über   die   Weise,   wie   Gott   ihn   und   jeden   Menschen   erschaffen   hat:   „Du   hast mich   in   einer   Weisegemacht,   die   Staunen   erregt   und   so   außergewöhnlich   ist,   dass   man   vor Ehrfurcht   schaudert.“   Nun   könnte   jemand   einwenden:   Heute   können   wir   so   nicht   mehr   beten, denn   heute   wissen   wir,   wie   ein   Mensch   im   Mutterleib   entsteht,   und   können   es   mit   technischer   Hilfe sogar   sehen.   Also   kein   Staunen,   keine   Ehrfurcht   vor   dem   Leben   mehr?   Doch,   auch   heute   noch! Denn   immer   noch   ist   es   erstaunlich,   wie   zweckmäßig   alle   Vorgänge   sind,   die   zur   Entstehung   und zur Geburt eines Menschen führen. Es drückt sich in ihnen ein überlegenes Wissen aus. Manche   sprechen   von   einem   Wunder   der   Natur,   Christen   sprechen   vom   Wunder   Gottes.   Darum können   auch   wir   heute   mit   dem   Psalmisten   beten:   „Du,   Gott,   hast   mich   gebildet   im   Mutterleibe“   (V. 13).   Statt   mit   „gebildet“   kann   man   hier   auch   übersetzen   „gewoben“   oder   „bunt   gestickt“.   Der menschliche   Leib   ist   also   wie   ein   kunstvolles   Geflecht,   in   dem   eins   ins   andere   greift.   Und   obwohl man   heute   anscheinend   alles   erklären   kann,   wirklich   verstehen   können   wir   es   nicht.   Der   gesamte Psalm    139    ist    eine    Anbetung    Gottes,    des    allmächtigen,    allwissenden    und    allgegenwärtigen Schöpfers.   Wer   also   den   Monatsspruch   recht   bedenken   will,   der   erhebe   die   Gedanken   von   sich selber   weg   zu   Gott   dem   Schöpfer.   Er   bedenke,   dass   der   Monatsspruch   ein   Gebet   zu   Gott   ist,   und stimme in dieses Gebet ehrfürchtig mit ein.   Autor: Prof. Dr. Uwe Swarat
112 Jahre Leben finden - Gemeinschaft erfahren
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.   Psalm 139,14 „Wofür   dankt   der   Psalmbeter   hier   eigentlich?   Für   bestimmte   Vorzüge, die   er   vom   Schöpfer   mitbekommen   hat?   Etwa:   „Ich   danke   dir,   Gott,   dass ich   kräftig,   willensstark,   klug,   schön   oder   hochbegabt   bin?“   Ja,   wenn man   das   ist,   kann   und   soll   man   Gott   gewiss   dafür   danken   und   es   zum Wohle   anderer   einsetzen.   Aber   an   solche   Vorzüge   seiner   Person   denkt der Psalmbeter hier gar nicht. Das    deutsche    Wort    „wunderbar“    bedeutet    ja    nicht    nur    „herrlich“, „großartig“   oder   „sehr   schön“,   sondern   auch   „erstaunlich“   und   „wie   ein Wunder   erscheinend“,   und   eben   diese   zweite   Bedeutung   kommt   dem Sinn   der   Psalmworte   am   nächsten.   Im   Deutschen   gibt   es   zudem   das Eigenschaftswort   „wunderlich“,   und   auch   dieses   Wort   würde   hier   passen –   nicht   im   Sinne   von   „seltsam“   oder   „schrullig“,   sondern   im   Sinne   von „zur   Verwunderung   Anlassgeben“.   Der   Psalmbeter   staunt   also   über   die Weise,   wie   Gott   ihn   und   jeden   Menschen   erschaffen   hat:   „Du   hast   mich in   einer   Weisegemacht,   die   Staunen   erregt   und   so   außergewöhnlich   ist, dass    man    vor    Ehrfurcht    schaudert.“    Nun    könnte    jemand    einwenden: Heute   können   wir   so   nicht   mehr   beten,   denn   heute   wissen   wir,   wie   ein Mensch   im   Mutterleib   entsteht,   und   können   es   mit   technischer   Hilfe sogar   sehen.   Also   kein   Staunen,   keine   Ehrfurcht   vor   dem   Leben   mehr? Doch,    auch    heute    noch!    Denn    immer    noch    ist    es    erstaunlich,    wie zweckmäßig   alle   Vorgänge   sind,   die   zur   Entstehung   und   zur   Geburt eines   Menschen   führen.   Es   drückt   sich   in   ihnen   ein   überlegenes   Wissen aus. Manche   sprechen   von   einem   Wunder   der   Natur,   Christen   sprechen   vom Wunder    Gottes.    Darum    können    auch    wir    heute    mit    dem    Psalmisten beten:   „Du,   Gott,   hast   mich   gebildet   im   Mutterleibe“   (V.   13).   Statt   mit „gebildet“    kann    man    hier    auch    übersetzen    „gewoben“    oder    „bunt gestickt“.   Der   menschliche   Leib   ist   also   wie   ein   kunstvolles   Geflecht,   in dem   eins   ins   andere   greift.   Und   obwohl   man   heute   anscheinend   alles erklären    kann,    wirklich    verstehen    können    wir    es    nicht.    Der    gesamte Psalm   139   ist   eine Anbetung   Gottes,   des   allmächtigen,   allwissenden   und allgegenwärtigen     Schöpfers.     Wer     also     den     Monatsspruch     recht bedenken   will,   der   erhebe   die   Gedanken   von   sich   selber   weg   zu   Gott dem   Schöpfer.   Er   bedenke,   dass   der   Monatsspruch   ein   Gebet   zu   Gott ist, und stimme in dieses Gebet ehrfürchtig mit ein.   Autor: Prof. Dr. Uwe Swarat
112 Jahre Leben finden - Gemeinschaft erfahren
© LKG Köthen
Home Home Was wir wollen Was wir wollen Veranstaltungen Veranstaltungen Besondere veranstaltungen Besondere veranstaltungen Lage Lage Andacht Andacht Links Links Impressum Impressum