Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.   (1. Johannes 4, 16)  Prägnanter   lässt   sich   die   Beziehung   zwischen   Gott   und   uns   Menschen   kaum   auf   den   Punkt   bringen.   Wer   in   den Kontext schaut, entdeckt drei Liebesbewegungen. Die   erste   und   für   alles   Weitere   entscheidende   Bewegung   der   Liebe   vollzieht   sich   von   Gott   zu   uns   Menschen.   In der   Sendung   seines   Sohnes   Jesus   Christus   wird   Gottes   Liebe   unüberbietbar   und   ein   für   alle   mal   sichtbar   (V.   9). Die   Richtung   der   Liebe   ist   dabei   wichtig:   „nicht   dass   wir   Gott   geliebt   haben,   sondern   dass   er   uns   geliebt   hat“   (V. 10).   Jeder   Versuch,   dieses   umzudrehen,   ist   zum   Scheitern   verurteilt.   Wir   Menschen   können   aus   eigener   Kraft   Gott keine    Liebe    entgegenbringen.    Das    würde    uns    hoffnungslos    überfordern.    Er    hat    seinen    Sohn    zu    unserer Versöhnung   in   die   Welt   gesandt,   damit   seine   Liebe   uns   erreicht.   Hoffnungsvoll   wird   unser   Leben   erst,   wenn   wir uns von Gottes Liebe beschenken lassen und wenn seine Liebe sich in unser Leben hinein ausbreitet. Die    zweite    Bewegung    der    Liebe    folgt    daraus:    „Ihr    Lieben,    hat    uns    Gott    geliebt,    so    sollen    wir    uns    auch untereinander   lieben“   (V.   11).   Weil   Gott   uns   liebt,   darum   gilt,   dass   wir   seine   Liebe   weitergeben   können   und   sollen. Hier    droht    es    zuweilen    anstrengend    und    ermüdend    zu    werden.    Der    mittelalterliche    Theologe    Bernhard    von Clairvaux   (1090-1153)   schreibt   dazu:   „Wenn   du   vernünftig   bist,   erweise   dich   als   Schale   und   nicht   als   Kanal,   der fast   gleichzeitig   empfängt   und   weitergibt,   während   jene   wartet,   bis   sie   gefüllt   ist. Auf   diese   Weise   gibt   sie   das,   was bei   ihr   überfließt,   ohne   eigenen   Schaden   weiter.   (...)   Lerne   auch   du,   nur   aus   der   Fülle   auszugießen   und   habe   nicht den   Wunsch,   freigebiger   als   Gott   zu   sein.“   Wir   können   nur   weitergeben,   was   wir   von   Gott   empfangen   haben.   Es gibt   ein   Brennen   in   der   Liebe,   aber   auch   ein Ausbrennen   in Aktionismus   und   Selbstüberschätzung.   Wer   mehr   gibt, als er selbst empfangen hat, erschöpft damit seine in jedem Fall begrenzten Kräfte. Schließlich    wird    eine    dritte    Bewegung    der    Liebe    sichtbar:    Die    von    Gott    geschenkte    Liebe,    die    wir    Gott entgegenbringen   können   (V.   20).   Hier   schließt   sich   der   Kreislauf   des   in   der   Liebe   In-Gott-Bleibens:   Weil   Gott   uns zuerst   geliebt   hat,   darum   können   wir   seine   Liebe   an   andere   Menschen   weitergeben   und   auf   Gott   ausrichten.   Damit ist   Christsein   wirklich   in   wenigen   Worten   beschrieben:   „Gott   ist   die   Liebe,   und   wer   in   der   Liebe   bleibt,   bleibt   in   Gott und Gott in ihm.“ Autor: Dr. Carsten Claußen  
110 Jahre Leben finden - Gemeinschaft erfahren
  Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.   (1. Johannes 4, 16)  Prägnanter   lässt   sich   die   Beziehung   zwischen   Gott   und   uns   Menschen kaum   auf   den   Punkt   bringen.   Wer   in   den   Kontext   schaut,   entdeckt   drei Liebesbewegungen. Die    erste    und    für    alles    Weitere    entscheidende    Bewegung    der    Liebe vollzieht   sich   von   Gott   zu   uns   Menschen.   In   der   Sendung   seines   Sohnes Jesus   Christus   wird   Gottes   Liebe   unüberbietbar   und   ein   für   alle   mal sichtbar   (V.   9).   Die   Richtung   der   Liebe   ist   dabei   wichtig:   „nicht   dass   wir Gott   geliebt   haben,   sondern   dass   er   uns   geliebt   hat“   (V.   10).   Jeder Versuch,   dieses   umzudrehen,   ist   zum   Scheitern   verurteilt.   Wir   Menschen können   aus   eigener   Kraft   Gott   keine   Liebe   entgegenbringen.   Das   würde uns     hoffnungslos     überfordern.     Er     hat     seinen     Sohn     zu     unserer Versöhnung    in    die    Welt    gesandt,    damit    seine    Liebe    uns    erreicht. Hoffnungsvoll   wird   unser   Leben   erst,   wenn   wir   uns   von   Gottes   Liebe beschenken   lassen   und   wenn   seine   Liebe   sich   in   unser   Leben   hinein ausbreitet. Die   zweite   Bewegung   der   Liebe   folgt   daraus:   „Ihr   Lieben,   hat   uns   Gott geliebt,   so   sollen   wir   uns   auch   untereinander   lieben“   (V.   11).   Weil   Gott uns   liebt,   darum   gilt,   dass   wir   seine   Liebe   weitergeben   können   und sollen.   Hier   droht   es   zuweilen   anstrengend   und   ermüdend   zu   werden. Der    mittelalterliche    Theologe    Bernhard    von    Clairvaux    (1090-1153) schreibt   dazu:   „Wenn   du   vernünftig   bist,   erweise   dich   als   Schale   und nicht   als   Kanal,   der   fast   gleichzeitig   empfängt   und   weitergibt,   während jene   wartet,   bis   sie   gefüllt   ist.   Auf   diese   Weise   gibt   sie   das,   was   bei   ihr überfließt,   ohne   eigenen   Schaden   weiter.   (...)   Lerne   auch   du,   nur   aus der   Fülle   auszugießen   und   habe   nicht   den   Wunsch,   freigebiger   als   Gott zu   sein.“   Wir   können   nur   weitergeben,   was   wir   von   Gott   empfangen haben.   Es   gibt   ein   Brennen   in   der   Liebe,   aber   auch   ein   Ausbrennen   in Aktionismus    und    Selbstüberschätzung.    Wer    mehr    gibt,    als    er    selbst empfangen hat, erschöpft damit seine in jedem Fall begrenzten Kräfte. Schließlich   wird   eine   dritte   Bewegung   der   Liebe   sichtbar:   Die   von   Gott geschenkte   Liebe,   die   wir   Gott   entgegenbringen   können   (V.   20).   Hier schließt   sich   der   Kreislauf   des   in   der   Liebe   In-Gott-Bleibens:   Weil   Gott uns    zuerst    geliebt    hat,    darum    können    wir    seine    Liebe    an    andere Menschen   weitergeben   und   auf   Gott   ausrichten.   Damit   ist   Christsein wirklich   in   wenigen   Worten   beschrieben:   „Gott   ist   die   Liebe,   und   wer   in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm.“ Autor: Dr. Carsten Claußen  
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